11.06.2019

Abfindung: Schädlich für den Anspruch bei Familienversicherung

Bisher wurden Abfindungen, die als Einmalzahlungen bei der Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses gezahlt wurde, nicht auf das Gesamteinkommen zum Anspruch aus Familienversicherung angerechnet. Hingegen wurden vom Arbeitgeber gezahlte monatliche Raten einer Entlassungsentschädigung auf das Gesamteinkommen angerechnet.

Durch die Rechtsänderung des Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) wurde diese Ungleichbehandlung ab dem 11. Mai 2019 abgeschafft. Sowohl eine Abfindung, wie auch eine Entschädigung oder ähnliche Leistung (Entlassungsentschädigungen), die wegen der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses gezahlt werden, wirkt sich negativ auf den Anspruch auf Familienversicherung von Angehörigen aus.

Die Neuregelung sieht vor, dass auch einmalige oder in einzelnen Teilbeträgen ausgezahlte Entlassungsentschädigungen bei der Einkommensgrenze für die Familienversicherung zu berücksichtigen sind.

So wird berechnet

Die Entlassungsentschädigung wird unter Berücksichtigung des zuletzt regelmäßig im Monat erzielten Arbeitsentgelt fiktiv auf die Zeit nach dem Ende der Beschäftigung umgelegt. Zur Bestimmung des konkreten Zeitraums, für den die einmalige Entlassungsentschädigung nach Ihrer Auszahlung für die Zeit (Tage) nach dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses zuzuordnen ist, ist der Auszahlungsbetrag der Entlassungsendschädigung durch den Betrag in Höhe des laufenden kalendertäglichen Arbeitsentgelts, das zuletzt vor Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses regelmäßig erzielt wurde, zu dividieren.

Das Ergebnis ist die Anzahl der Tage, für den die Entlassungsentschädigung als Gesamteinkommen heranzuziehen ist. Dabei sind volle Kalendermonate mit 30 Tagen anzusetzen.

Diese Änderung bezieht sich auf alle nach dem 11. Mai 2019 ausgezahlten Entlassungsentschädigungen.

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