26.11.2018 Quelle: ip Inside Partner

Leicht erhöhter Blutdruck vor dem 40. Lebensjahr steigert Herz-Kreislauf-Risiko

Haben die umstrittenen US-Leitlinien, die die Grenze für einen behandlungsbedürftigen Blutdruck auf 130/80 mmHg herabgesetzt haben, doch eine Berechtigung? Zwei im US-amerikanischen Ärzteblatt veröffentlichte Studen kommen zu dem Ergebnis, dass ein nur leicht erhöhter Blutdruck bei jüngeren Menschen das Risiko auf spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant erhöht. Hierüber berichtet das ÄRZTEBLATT in einer aktuellen Pressemitteilung.

Die Leitlinie zur Behandlung der arteriellen Hypertonie, die das American College of Cardiology (ACC) und die American Heart Association (AHA) im letzten Jahr herausgegeben haben, betrifft vor allem jüngere US-Amerikaner. Der Anstieg des Blutdrucks beginnt nämlich bei den meisten Menschen (in westlichen Ländern) bereits vor dem 40. Lebensjahr. Viele erreichen den Grenzwert von 130/80 mmHg, ab dem die Leitlinie ACC/AHA-2017 eine medikamentöse Therapie empfiehlt (sofern das 10-Jahres-Risiko auf ein Herz-Kreislauf-Ereignis größer als 10 % ist). Die og. Leitlinie hat laut Schätzungen in der Altersgruppe der unter 40-Jährigen die Zahl der behandlungsbedürftigen Hypertoniker verdreifacht.

Gerade wegen dieser „Medizinalisierung“ jüngerer Erwachsener sind die Empfehlungen unter Experten umstritten. Die European Society of Cardiology und die European Society of Hypertension (ESC/ESH) haben sich den US-Leitlinien nicht angeschlossen. Für sie besteht weiterhin erst ab einem Blutdruck von 140/90 mmHg eine behandlungsbedürftige Hypertonie.

Zwei Studien haben jetzt untersucht, ob ein erhöhter Blutdruck bei jüngeren Menschen das Risiko auf spätere Herz-Kreislauf-Ereignisse erhöht. Die beiden Studien zeigen, dass ein leicht erhöhter Blutdruck bei jungen Erwachsenen bereits das Herz-Kreislauf-Risiko erhöht. Unbeantwortet ist, ob eine medikamentöse Behandlung das Risiko senkt. Die meisten randomisierten Studien zur Hypertoniebehandlung wurden bei älteren Menschen durchgeführt, die ein höheres Risiko haben, und die Ergebnisse zeigen, dass die Behandlung das Risiko senkt, aber nicht vollständig aufhebt.

Der Nutzen einer medikamentösen Therapie könnte deshalb bei jüngeren Menschen geringer ausfallen als bei älteren Menschen oder bei Menschen mit einer Hypertonie vom Stadium 2. Der Editorialist Vasan Ramachandran von der Boston University School of Medicine gibt zu bedenken, dass nur wenige Menschen im Alter unter 40 Jahren, die sich meistens noch topfit fühlen, bereit sein dürften, mit einer lebenslangen medikamentösen Behandlung zu beginnen.

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