06.06.2019 Quelle: ip Inside Partner

Meditations-App fördert Aufmerksamkeit und Gedächtnis

Ausgerechnet eine App für Tablets soll jungen Menschen helfen, ihre durch den ständigen Internetkonsum verminderte Konzentrationsfähigkeit zu verbessern. Über dieses Ergebnis einer amerikanischen Studie berichtet das ÄRZTEBLATT in einer aktuellen Pressemitteilung.

Die betreffende Studie in Nature Human Behaviour (2019; doi: 10.1038/s41562-019-0611-9) zeigt, dass die Meditationsübungen mit der App tatsächlich eine positive Wirkung erzielten. Die Probanden schnitten in Konzentrationstests besser ab, und physiologische Untersuchungen dokumentierten eine Veränderung in der „Hardware“ des Gehirns.

Seit es Videospiele, Computer und Smartphones gibt, sinkt die Konzentrationsfähigkeit junger Menschen. Die Folge sind schlechtere Leistungen in der Schule und auf der Universität. Viele Studenten greifen zu chemischen Stimulanzien, um den Anforderungen des Lernens gerecht zu werden. In den USA sollen 43 Prozent der Collegestudenten regelmäßig zu Methylphenidat und anderen „Aufputschmitteln“ greifen.

Eine weitere Möglichkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration zu verbessern, könnte eine fokussierte Meditation sein. Bei den Übungen geht es darum, sich auf die Atembewegungen zu konzentrieren und dadurch den Geist gegen die ständig wechselnden Zerstreuungen abzuschirmen, denen gerade viele jüngere Menschen ausgesetzt sind.

Meditationen sind jedoch schwer zu erlernen und einen persönlichen Trainer können sich die wenigsten jungen Menschen leisten. Forscher der Universität von Kalifornien in San Francisco haben deshalb eine App entwickelt, die es jungen Menschen ermöglichen soll, ohne Schwellenängste eine Meditationstechnik zu erlernen. Sie haben sich dabei von dem langjährigen Lehrer für buddhistische Meditationen und ausgebildeten Psychologen Jack Kornfield beraten lassen.

Die App startet mit einer einfachen kurzen Atemübung. Am Ende werden die Nutzer aufgefordert, mitzuteilen, wie lange es ihnen gelungen ist, sich allein auf die Atmung zu konzentrieren und andere Gedanken auszublenden. Von diesem Ergebnis hängt ab, ob die Teilnehmer beim nächsten Mal eine um 10 % längere oder eine um 20 % kürzere Meditation durchführen.

Laut Studienleiter Adam Gazzaley von „Neuroscape“, einem Institut der Universität von Kalifornien in San Francisco, hat der einfache Algorithmus Wirkung gezeigt. Die 59 Studienteilnehmer im Alter von 18 bis 35 Jahren konnten die Dauer der erfolgreichen Meditationen von Anfangs 20 bis 47,5 Sekunden auf im Durchschnitt 346 Sekunden am Ende der sechsten Woche steigern. Um diesen Fortschritt zu erreichen, mussten die Teilnehmer etwa 20 bis 30 Minuten am Tag mit der Meditations-App üben.

Die Studie zeigt, dass Schüler und Studenten mit der Meditations-App ihre Konzentrationsfähigkeit verbessern und im Gehirn etwas „bewegen“ können. Den Beweis, dass sich dadurch die akademischen Leistungen verbessern, blieb die Studie jedoch schuldig. Die Forscher haben die App patentieren lassen. In den App-Stores wird

„MediTrain“ zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht angeboten.

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