28.02.2019

Übungsleiter und Ehrenamtliche - was ist neu in 2019?

Trainer im Sportverein, ehrenamtlicher Schiedsrichter oder Vereinsvorstand – für bestimmte nebenberuflich ausgeübte Tätigkeiten erhält man eine Aufwandsentschädigung.

Werden diese Vergütungen nach den Vorschriften der Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschale gezahlt, sind sie nicht nur steuer- sondern auch sozialversicherungsfrei. Übersteigen sie jedoch den Pauschalbetrag, unterliegen sie der Steuer- und Sozialversicherungspflicht.

Zu den Aufwandsentschädigungen im Sinne dieser Vorschriften zählen:

  • Nebenberufliche Tätigkeiten im Dienst oder Auftrag sowie der Förderung einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution, eines gemeinnützigen Vereins, einer Kirche oder einer vergleichbaren Einrichtung

Höhe der Pauschalen:

Übungsleiter

Der jährliche Steuerfreibetrag beträgt 2.400 Euro (200 Euro monatlich). Dieser kann nicht nur für die klassische Tätigkeit als Übungsleiter eines Sportvereins in Anspruch genommen werden, sondern zum Beispiel auch für Tätigkeiten als Erzieher, Betreuer, Dirigent oder Chorleiter sowie auch für die Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen.

Ehrenamt

Der jährliche Steuerfreibetrag beträgt 720 Euro (60 Euro monatlich) und begünstigt neben der klassischen Tätigkeit als Vereinsvorstand oder Schatzmeister zum Beispiel auch Tätigkeiten als Platzwart, Gerätewart, Reinigungsdienst, Fahrdienst von Eltern zu Auswärtsspielen von Kindern oder ehrenamtlich tätige Schiedsrichter im Amateurbereich.

Steuerfreibetrag kann zeitanteilig aufgeteilt werden

Beträgt die Aufwandsentschädigung mehr als die Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschale, kommt zusätzlich die Regelung zur geringfügigen Beschäftigung in Betracht. Das bedeutet, die Vergütung darf über die monatlichen Freibeträge in Höhe von 200 Euro bzw. 60 Euro hinaus bis zu 450 Euro im Monat betragen, ohne dass es auf die wöchentliche Arbeitszeit ankommt. Folglich kann ein Beschäftigter monatlich bis 650 Euro als Übungsleiter, oder bis zu 510 Euro als ehrenamtlich Tätiger steuer- und sozialversicherungsfrei verdienen.

Berücksichtigung der Steuerfreibeträge

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Steuerfreibeträge zu berücksichtigen:

1. Monatlich zu gleichen Teilen (pro rata temporis)
2. Der Gesamtbetrag wird am Stück verbraucht (en bloc)

Bei der 1. Variante lag bis 2018 für den gesamten Beschäftigungszeitraum ein meldepflichtiges Beschäftigungsverhältnis vor, wenn das Arbeitsentgelt den monatlichen Freibetrag überschritten hat. Dagegen wurde bei der 2. Variante nur der Zeitraum beurteilt, für den eine Beschäftigung im Sinne der Sozialversicherung bestand. Das hatte zur Folge, dass die Monate, in denen ausschließlich ein Steuerfreibetrag berücksichtigt wurde, außen vor blieben. War der zu beurteilende Zeitraum kleiner als 12 Monate, ergab sich somit häufig ein durchschnittlicher Verdienst über 450 Euro monatlich, so dass der Arbeitgeber die Beschäftigung sozialversicherungspflichtig melden musste.

Das ist neu ab 2019

Die neuen Geringfügigkeitsrichtlinien 2019 sehen hier eine Verbesserung für die Minijober vor, da die Art der steuerlichen Behandlung – pro rata temporis oder en bloc – keine Auswirkungen mehr auf die versicherungsrechtliche Beurteilung der Beschäftigung hat. Arbeitgeber ziehen zur versicherungsrechtlichen Beurteilung den jährlichen Steuerfreibetrag von dem zu erwartenden Gesamtverdienst ab, und teilen die Summe durch die Anzahl der Monate des Beurteilungszeitraums.

Übersteigt der sich ergebende Betrag nicht die 450 Euro, liegt ganzjährig ein Minijob vor. Ist der Betrag höher, muss die Beschäftigung als sozialversicherungspflichtig der Krankenkasse gemeldet werden.

Beispiel:

Ganzjährige Ausübung einer Nebentätigkeit als Fußballtrainer mit einer monatlichen Aufwandsentschädigung in Höhe von 650 Euro. Der Steuerfreibetrag wird en bloc berücksichtigt. Ab 2019 wird somit folgendermaßen gerechnet:

Verdienst: (650,00 Euro x 12 Monate)                  7.800 Euro
./. Steuerfreibetrag                                                2.400 Euro
= Sozialversicherungsrechtliches Arbeitsentgelt   5.400 Euro
: 12 Monate                                                              450 Euro

Da der durchschnittliche monatliche Verdienst 450 Euro beträgt, handelt es sich ganzjährig um einen Minijob.

Der Freibetrag für die Übungsleiterpauschale in Höhe von 2.400 Euro wird im Laufe des Monats April ausgeschöpft. Ab diesem Zeitpunkt stellt der erzielte Verdienst ein Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung dar, aus dem Abgaben an die Minijob-Zentrale abzuführen sind.

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